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Zitat der Woche – August Graf Neidhardt von Gneisenau

April 25, 2013

„Begeistere du das menschliche Geschlecht für seine Pflicht zuerst, dann für sein Recht!“

von August Wilhelm Antonius Graf Neidhardt von Gneisenau

 

Neidharts Affinität zur Pflicht rührt wohl recht eindeutig aus seiner soldatischen Karriere. In dieser kam er weit herum. Vom Bayrischen Erbfolgekrieg über den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis er letztendlich im preußischem Heer landete. Hier focht er unter anderem gegen Napoleon. Auch bei der verheerenden Niederlagen bei Jena und Auerstedt nahm er teil. Hier wurde der Grundstein zu seiner Funktion als preußischer Reformer gelegt, indem er half, das Militär neu zu strukturieren und zu organisieren. Des Weiteren war er maßgeblich an der Planung der Erhebung gegen die französische Besatzung unter Napoleon beteiligt.

 

Das Zitat selbst erinnert ein wenig an John F. Kennedy, der 1961 bei seiner Antrittsrede aufrief: „ Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt. Meine Mitbürger in der ganzen Welt: Fragt nicht, was Amerika für euch tun wird, sondern fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ Es klingt jeweils der Pathos der Gemeinschaft, der Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und die Aufopferungsbereitschaft des Einzelnen für eine größere Sache durch. Die Pflicht, sich unterzuordnen, soll jedoch nicht missverstanden werden. Vielmehr muss deutlich ersichtlich sein, dass persönliche Rechte mit einer Verantwortung verknüpft sind und dass sie nicht nur hart erkämpft, sondern auch verteidigt werden müssen. Pflichten gehen weiterführend den Rechten voraus. Nur aus einer geordneten Gesellschaft kann Freiheit gedeihen.

An eine solche Perspektive knüpft auch eine konservative Weltanschauung an. Dem Individuum muss Freiheit zuteil werden, jedoch unterliegt es auch einer Verantwortung. Zuerst die Pflicht, dann die Kür! Freiheit, Rechte und auch Wohlstand müssen Ergebnis des verantwortungsvollen Handelns einer Gemeinschaft sein. Daraus ergibt sich weiterführend auch ein entscheidender Unterschied des Konservatismus zum Liberalismus, der das Individuum für sich alleine betrachtet.

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2 Kommentare
  1. Frage: wer definiert die Pflicht? Die in Preußen definierte Pflicht ist eher ein abschreckendes Beispiel. Besser: Freiheit heißt nicht, dass man tun kann was man will, sondern dass man das nicht tun muß, was man nicht will.

    • Der moralische Impetus durch die gesellschaftliche Normierung kann durchaus eine Art Pflicht definieren. Natürlich ist nicht der Kadavergehrosam gemeint, jedoch aber die Mühe um die Gesellschaft/Gemeinschaft vor der absoluten Durchsetzung der individuellen Rechte.

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