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Das Zitat der Woche – Thomas Morus

April 12, 2013

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“

von Thomas Morus

 

Thomas Morus war ein bedeutender Politiker im England am Anfang des 16. Jahrhunderts. Bekannter dürfte er als Autor des legendären Werkes „Utopia“ sein, der gleich ein gesamtes Literaturgenre begründete. Seit 1504 betrieb Morus als Parlamentarier Politik. Insbesondere die Opposition gegen die Steuerpolitik Heinrich VII., dem Vater des und Vorgänger Heinrich VIII, erregte Aufsehen.

Der zutiefst religiöse Morus agitierte entschieden gegen Martin Luther und die Reformation. Unter Heinrich VIII. unterstützte er mit ihm zusammen eine Politik der harten Hand gegen Protestanten. Morus verhalf seinem König dabei sogar zum vom Papst verliehenem Titel Fidei Defensor – Verteidiger des Glaubens. In der Streitschrift Assertio Septem Sacramentorum wurden speziell die Sakramente der Ehe und der Stellung des Papstes betont und gegen Angriffe der Reformer verteidigt. Eine pikante Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass Heinrich VIII., um seine Ehe mit Katharina von Aragón scheiden zu lassen, mit Rom brach und sich kurzerhand zum Oberhaupt einer eigenen Kirche aufschwang.

Thomas Morus, inzwischen ironischerweise Lordkanzler, nachdem sein Vorgänger Thomas Wolsey es versäumte, die Ehescheidung herbeizuführen und ohnehin auf eine Ehe Heinrichs mit einer französischen Prinzessin hinarbeitete, sodass der Frieden zwischen England und Frankreich sich stabilisieren sollte, legte sein Amt 1532 im Angesicht des Konfliktes nieder. Er sah sich jedoch mit Vorwürfen konfrontiert, den Papst als fremde Autorität anzuerkennen und die Kinder aus der neuen Ehe Heinrichs mit Anne Boleyn eben nicht anzuerkennen. Er galt somit der von heinrich VIII. initiierten Gesetzgebung als Hochverräter. Letztendlich fand Morus sich seiner Standhaftigkeit auf dem Schafott wieder.

 

In Anbindung an den Konservatismus, den Morus pflegte, offenbart sein Zitat eine glühende Treue zu einem tradierten Wertesystem. Dennoch zeigt es auch auf, dass konservativ nicht ein unverrückbares Weltbild, sondern ebenfalls ein wichtiges Maß an Pragmatismus bedeutet. Was der Konservative heute bekämpft, verteidigt er morgen schon. Konservatismus ist das entscheidende Gewicht in der politischen Wage und wirkt als das gute Gewissen der Gesellschaft, welches an das richtige Maß erinnert.

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