Skip to content

Der Damenwitz

Januar 31, 2013

Welch Freude muss die feministische Bewegung empfunden haben als Frau Himmelreich im Stern den Herrenwitz publizierte? Der FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl Herr Brüderle soll die Journalistin belästigt haben und das auch noch sexuell. Der Aufschrei (gemeint ist die Twitteraktion von Frau Wizorek) war groß. Mehrere tausende sexuell Benachteiligte, Belästigte oder diejenigen, die es gerne sein wollen, verschafften ihrer Wut Luft. Ja, unsere Gesellschaft beinhaltet geschlechtliche Stigmata. Doch leidtragend sind auch oft die Herren.

Was? Die Herren? Der Leser hat sich nicht verlesen, ganz im Gegenteil! Die Frau im Allgemeinen beherrscht nämlich die Klaviatur der Manipulation recht gut. Dient der weibliche Reiz dem Vorteil, wird das vom Feminismus und Genderismus nicht so recht aufgegriffen. Schon in der Schule findet die höchst sexistische Differenzierung zwischen den Geschlechtern statt. Der Junge ist problembehaftet, das Mädchen brav und lieb. Klappt es nicht so ganz mit den Noten, hilft auch mal gerne die eine oder andere Träne weiter. Das Ergebnis ist eine bessere Benotung für das Schwache Geschlecht bei selber Leistungsstärke. Das belegen diverse Studien, wie die Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (http://www.ifs-dortmund.de/assets/files/presse/IGLU_TIMSS_2011%20Presseinformation.pdf) oder aber auch eine Studie der Vodafone-Stiftung (http://www.vodafone-stiftung.de/presseinfomodul/detail/153.html). Den Zeigefinger einer Frau Schwarzer findet man bei dieser Thematik wohl kaum.

Sexismus gibt es auch bei Berufen, die traditionell mit Frauen assoziiert werden. So wird männlichen Babysittern doch eher Misstrauen entgegengebracht. Auch der Einzug in den Kindergarten gestaltet sich schwierig. Gerade einmal 4% der deutschen Erzieher sind männlich. Konnten Sie den Aufschrei nach einer Quote hören? Oder die Empörung darüber, wie negativ konnotiert der Mann zwischen zahlreichen fremden Kindern ist?

Erst durch den Fokus auf die frühkindliche Betreuung wegen des gesetzlichen Anspruchs scheint sich die öffentliche Hand für eine Erweiterung des möglichen Personalspektrums zu interessieren. Unlängst versucht man den Erzieher zu ermutigen. Aber die Emanze ist dafür gewiss nicht verantwortlich.

Auch in der Freizeit ist „positiver Sexismus“ selten mit lauter Kritik belegt. Das Getränk nimmt die Dame beim abendlichen Amüsement nämlich gerne vom anderen Geschlecht an, ohne aufzustöhnen, wie sexistisch die Gabe doch nun schon wieder sei. Das Regal aufbauen, eine Waschmaschine in den Keller tragen oder die Reifen wechseln. Oft reicht ein reizendes Wimpern-Klimpern.

Über schickliche Begriffe wie Toyboy, die zunehmend Einzug in das privatrechtliche Fernsehen finden, möchte ich noch nicht einaml reden. Zu vermuten bleibt allerdings, dass sie von Damen in den Redaktionen ersonnen worden sind. Wieder habe ich hierzu weder eine Sendung bei Jauch, Maischberger, Will, Lanz, Plasberg und Konsorten gesehen, noch ein mahnendes Wort aus dem Lager der Gender-Streiter.

Um auf den spezifischen Fall Brüderle zurückzukommen, stellt sich natürlich auch die Frage, wie weit junge Journalistinnen ihre Jugend und weiblichen Reize einsetzen, um doch nicht ein unbedarftes Wort zu entlocken. Andernfalls muss natürlich weiter gefragt werden, wie ein Mann das Dekolleté erblicken kann, wenn entsprechende Kleidung nicht für diesen Zweck geschnitten und angelegt worden ist.

 

Selbstverständlich gibt es auch lüsterne Herren. Selbstverständlich ist nicht jede respektlose Handlung gegenüber Frauen zu tolerieren. Selbstverständlich muss es klare Grenzen geben. Allerdings bedarf es dringend eines vernünftigen Maßstabes und der Erkenntnis, dass auch die Biologie zentraler Bestandteil der menschlichen Natur ist. Also liebe Damen, nehmt uns nicht jedes unglückliche Kompliment krumm und seht auch mal einen verträumten Blick als eine Schmeichelei. Schließlich akzeptieren wir auch die Reduktion unseres Verstandes auf unter der Gürtellinie liegende Geschlechtsmerkmale als Damenwitz.

 

Advertisements

From → Gesellschaft

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: