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Peer, der Schreckliche

Oktober 1, 2012

Die K-Frage der SPD ist geklärt. Peer Steinbrück wurde zum Kandidaten erkoren. Zwar nicht von der Partei, jedoch aus dem Reigen der drei aussichtsreichsten Genossen; Gabriel, Steinmeier und eben Steinbrück. Der Entscheidungsmodus könnte den Sozialdemokraten einen kleinen Schlag versetzen. Die Kandidatenkür entstand nämlich nur aus der dem Geküngel der sogenannten Troika. Da hilft auch die Kampfrhetorik von Steinbrück wenig. In NRW schwor er die Genossen ein, Merkel aus der Regierungsverantwortung zu jagen. Eine Große Koalition sei mit ihm nicht zu machen. Das Ziel lautet also Neuauflage von Rot-Grün. Leider verdiente sich Herr Steinbrück als Ministerpräsident den Spitznamen „Peer, der Schreckliche“. Damals überwarf er sich in NRW mit dem geliebten Bündnispartner und gewann Sympathie mit der FDP. Kein Wunder also, dass die Liberalen über den Kanzlerkandidaten nicht sonderlich unglücklich sein dürften. Vielleicht darf man insgeheim trotz Dementi doch noch auf eine Regierungsbeteiligung hoffen.

Eine wesentliche Ursache für den klangvollen Beinamen liegt unter anderem in der Unterstützung der Agenda 2010, die die SPD auf eine Zerreißprobe stellte und die Linke als kleinen Konkurrenten etablierte. Steinbrück wollte das Programm gar noch intensiver verfolgen. Die darauffolgende Niederlage in Düsseldorf dürfte jedoch keinen besonders günstigen Stern für den Schrecklichen darstellen. Die Basis ist skeptisch.

Nichtsdestotrotz nimmt damit der Wahlkampf bereits jetzt deutliche Züge an. Die SPD wird versuchen sich mit Steinbrücks Wirtschaftskompetenz zu profilieren. Die Genossen haben also vom Klassenfeind gelernt und erproben den Kampf um die wankelmütige Mitte der Wählerschaft, indem gegnerische Programmfelder erobert werden (sollen). Damit werden auch Probleme importiert. Die Traditionslinien werden vernachlässigt, Stammwähler gegebenenfalls verprellt.

Lassen sich damit CDU- und FDP-Stimmen gewinnen? Traut man den Umfragen, stecken die Sozialdemokraten immer noch in der Zwickmühle. Steinbrück ist nicht sonderlich beliebt und hinkt der Kanzlerin deutlich hinterher. Die Zeichen stehen auf Große Koalition. Bleibt Steinbrück konsequent, kostet ihn das die Vizekanzlerschaft und einen Ministerposten. Schade wäre es, kompetent ist er auf jeden Fall und in eine schwarz-rote Mannschaft passt er auch.

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From → Gesellschaft, Politik

3 Kommentare
  1. Jeder Parteifunktionär und Politiker sollte sich zuerst und zunächst der Schleimspuren, Kungelpraktiken und des Personenkults in der eigenen Partei eingedenk zu anderen Politikern und den Gepflogenheiten in anderen Parteien äußern, sonst wird manchen Wählern einfach nur schlecht. Manchmal liegts halt nicht am gelieferten Fleisch, sondern an der Hygiene in der Küche.

    • Kungelei gehört zum Politikgeschäft. Ohne einen solchen „Kurzen Dienstweg“ lassen sich größere Institutionen nicht pragmatisch führen. Hier liegt allerdings auch der Hund begraben. Pragmatismus hat aus meiner Sicht in der SPD in der Kanzlerfrage gefehlt. Hier wird es dann auch gefährlich, wenn man ein gewisses Image pflegen möchte und sich als Genosse betrachtet.

  2. michalisacleverle2009 permalink

    Peer Steinbrück war als Finanzminister oberster Dienstherr der Bafin.
    mehr lesen unter
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hypo_Real_Estate

    Er hat versagt!

    Sein Einflüsterer Jörg Asmussen

    mehr lesen unter
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/staatssekretaer-asmussen-ikarus-in-not-a-630396.html

    Zitat
    wurde er Persönlicher Referent des neuen Staatssekretärs Heiner Flassbeck. Die Kompetenz Asmussens wurde von Flassbeck als „mittelmäßig“ eingeschätzt und Asmussen nicht für hohe Aufgaben empfohlen
    Quelle:
    http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Asmussen

    Dazu lese man die Hinterlassenschaften der beiden Herren, die man unter google finden kann.

    Eine größere Katastrophe konnte Deutschland nicht passieren.

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