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Die Grenzen des Wachstums – Sind die Grenzen offen?

Februar 18, 2012

1972 veröffentlichte der Club of Rome einen Bericht namens „Die Grenzen des Wachstums“. Diese Studie zeigte eine dunkle Prognose auf. Die zentrale Schlussfolgerung lautete schlicht: „Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“ Anhand dieser Publikation und speziell diesen Satzes führen so manche harsche Kritik an unserem Wirtschaftsmodell. Dieses basiert maßgeblich auf Wachstum. Das aber wird zumindest in seiner bisherigen Form kaum ein nachhaltiges System darstellen. Skeptiker sehen hier vielleicht eine Art Zäsur der modernen Gesellschaftsform. Kann der Kapitalismus, der von Akkumulation des Kapitals und dem Wachstum lebt, überhaupt weiter bestehen?

Das kann er. Diese Überzeugung lässt sich auch stützen. Wachstum wird zum einen nicht nur aus der Ausbeutung endlicher Ressourcen erzeugt. Recycling, also die Aufbereitung bereits gewonnener Ressourcen, kann eine Alternative sein. Hieraus ergibt sich dann sogar ein Markt. Die Verfahren können beständig optimiert werden, sodass es neuer Maschinen, Sammel- und Trenntechnologien, Dienstleistungen und natürlich der Verwaltung bedarf. Ein Wachstumsmarkt.

Weiterhin macht die Not erfinderisch. Die Knappheit von Material zwingt zu Innovation. Es wurden bereits Kunststoffe entwickelt, die nicht auf Rohöl fußen. Antriebe können über kurz oder lang vom „Schwarzen Gold“ entkoppelt werden. Schmieröle können synthetisch erzeugt werden, schon seit dem Zweiten Weltkrieg als Deutschland mit Knappheit des Rohstoffs kämpfen musste. Auch hier ergeben sich neue Märkte, einerseits durch das Erfinden selbst, andererseits durch die Produktion. Zusätzlich schaffen Innovationen neues Potential für andere Produkte.

Zudem ist, wie bereits angedeutet, Wachstum nicht nur auf Material selbst beschränkt. Dienstleistungen stellen einen immer bedeutenderen Wachstumsmarkt dar. Insbesondere durch beständige Spezifizierungen und komplexeren Themenfeldern bedarf es Anbietern, die Transaktionskosten senken können. Das heißt so viel, als das diverse Dienstleister helfen können, den Überblick zu bewahren, da sie sich selbst auf ein spezielles Themenfeld einarbeiten und dem Klienten nötige Informationen im Prinzip filtern. Je komplexer sich die Gesellschaft gestaltet, umso größer wird der Bedarf an solchen Diensten. Wieder ergibt sich Aussicht auf Wachstum.

Jedoch können Produkte auch fast vollkommen von einem rein rationalen Zweck gelöst werden. Das Geschäft mit Kunst und Kultur floriert. Kreativität bildet auch einen Markt ab, insofern Menschen bereit sind, für Ästhetik Geld auszugeben.

Natürlich hilft auch ein Blick in die Geschichte, um das Konzept ewigen Wachstums zu verdeutlichen. Wie oft war die Menschheit schon am sprichwörtlichen Ende? Wie oft eröffneten hierbei neue, innovative Erfindungen weite Entwicklungsfelder? Man denke alleine an die Fähigkeit, Feuer zu entfachen. Es bedarf Brennmaterial und eine Art Feuermeister. Es hat Auswirkungen auf die Möglichkeiten Nahrung zuzubereiten. Oder das Rad? Auf einmal können überproportionale Gegenstände leicht transportiert werden. Die Dampfmaschine? Ungeahnte Möglichkeiten, Arbeit zu mechanisieren. An jede dieser nahezu basalen Erfindungen knüpft sich ein weites Geflecht an nötiger Arbeitsstellen, die produzieren. Aus jeder dieser Erfindungen ergeben sich weitere Möglichkeiten, die wiederum die Tür für weitere Neuerungen öffnet. Ein beständiger Fortschritt ist möglich. Ein ständiges Wachstum somit auch. Lediglich die Grundlagen dafür ändern sich.

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3 Kommentare
  1. Ja wie oft war die Erde schon am Ende? Bisher noch nicht.
    Aber es gab schonmal nen Laborversuch auf den Osterinseln, da haben sie jeden Baum abgehackt.
    Ich sehe das wesendlich pessimistischer. Klar man wird immer was erfinden, aber das wird immer zu Lasten von jemanden gehen. Jemand wird verlieren und es werden mal wieder die schwächsten sein, es sei denn wir werden alle etwas vernünftiger. Aber Mäßigung gehört nicht gerade zu unseren Tugenden.

    Es gibt sogar eine Studie nachdem es vielen Reichen besser geht, wenn der Unterschied zwischen arm und reich nicht so extrem ist, wie gegenwärtig.
    Es wäre also auch möglich das wir mit vernünftigen Regeln gewinnen. Aber Regeln die man mit purer Geldmacht austricken kann, sind kein Hindernis auf dem Weg ins Verderben.

  2. Vollste Zustimmung! Erlaube auf meinen Beitrag hinzuweisen: Die Frage ist nicht, ob Wachstum möglich ist — es ist möglich. Die Frage ist, wie dieses Wachstum aussehen muss!

    http://blogplab.wordpress.com/2012/03/29/bis-zum-burn-out-ode-an-grenzenloses-wachstum/

    • Schon alleine aus dem Konkurrenzdenken und dem Wettbewerbsverhalten unserer Ideologie und des Wirtschaftssystems ergibt sich bahezu zwangsweise die „richtige“ Erschließung von Wachstumsfeldern.

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